Schlagwort-Archive: Wortbedeutung

Marion Boginski „Klein(ich)keiten“

 

 

 

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Sie/er/ich wünschen dem neuen Jahr

Dass es weniger Leid sehen muss auf der Erde.

Es friedlicher wird auf der Welt.

Nein, nicht nur friedlicher, auch friedvoll und friedliebend.

Doch was bedeutet das Wort Frieden?

Althochdeutsch fridu „Schonung“.

Wenn der Mensch den Menschen schont, ist das Frieden?

Ein Zustand der Eintracht und Ruhe und Abwesenheit von Störung, ist das Frieden?

Die ursprüngliche Bedeutung ein Beieinandersein, sich nahe sein, wird angenommen.

Angenommen, die Menschen besinnen sich, dass ein Nahe-sein besser ist, als ein Sich- entfernt sein.

Angenommen, die Menschen beginnen sich zu fragen, weshalb Mensch sich von Mensch entfernt hat.

Kriegsführend entfernt hat.

Angenommen, die Menschen beginnen sich zu fragen, weshalb Mensch den Mensch nicht zufrieden lässt.

Liegt es am Zufriedensein des Einzelnen, dass Mensch gegen Mensch Krieg führt?

Liegt es an Neid, Hochmut, Habgier, Zorn, Stolz oder einer Überzahl anderer menschlicher Schwächen?

Sie/er/ich wünschen den Menschen, dass sie anfangen nachzudenken, was Friede mit Zufriedenheit verbindet.

Ob vielleicht die Zufriedenheit eine Sache des Innen ist und nicht des Außen.

Sie/er/ich selbst zuständig sind für diese Zufriedenheit. Die sie/er/ich dann nach außen tragen des Friedens willens. Und uns selbst befrieden, um die Welt in einen Frieden zu bringen.

Die Menschen hätten es nötig und die Erde auch, bevor zerfällt, was zum Bewahren uns übergeben wurde.

Sie/er/ich wünschen es. Von ganzem Herzen. Mit viel Hoffnung für das neue Jahr!

 

 

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Marion Boginski – Klein(ich)keiten

Faulpelz

Wer oder was ist das?

Ein Pelztier, das faul herumliegt? Ein Bär oder Faultier … oder Mensch.

Nur wo ist dessen Pelz hin?

Evolutionsverloren. Schutzverloren. Haar um Haar.

Was oder wer ist ein Faulpelz?

Ein Faulenzer, Nichtstuer, Müßiggänger, Nichtsnutz, Taugenichts …

Liegt auf fauler Haut, versunken in Gedanken, versunken in sich selbst, die Welt um sich vergessend.

Wäre das nicht eine Idee, so zu sein, weltvergessen?

Sie/er/ich würden es gern genießen dieses Faulpelzsein.

Aber bitte ohne grünen oder weißen Schimmel anzusetzen!

Grünen wie beim Faultier, das hängend an den Ästen das Moos der Bäume annimmt.

Auch keinen weißen oder grünlichen, wenn Brot/Käse/Früchte zu lange herumliegen.

Im 17. Jahrhundert kam ein Worterfindermensch daher und sagte: Brot, du Faulpelz! Liegst und liegst und bekommst einen pelzigen Belag.

Bekommen sie/er/ich auch einen Belag wenn wir zu lange herumliegen, uns eine Auszeit gönnen. Bekommen sie/er/ich einen Freizeitbelag?

Nein, diese Worterfindung ist nicht überlebenstauglich, vielleicht, Schlafhaut, Ausruh- oder Erholungspelz?

Viele können gar nicht mehr Faulpelz sein. Stecken fest zwischen dem, was sie tun sollen/müssen/möchten/wollen. So eilen sie/er/ich hastend, ohne zu verweilen.

Bitte melden, wer gern einmal Faulpelz sein möchte und es sich nicht gönnt. Dafür ständig daran denkt.

Heute mal Faulpelz sein oder morgen oder und morgen.

Auf der faulen Haut liegen und nichts tun.

Überhaupt nichts.

Dabei unsichtbaren Schimmel ansetzen.

Der die Welt abperlen lässt.

Nichts berührt sie/ihn/mich. Nichts erreicht sie/ihn/mich. Nichts setzt in Bewegung, auch nicht in gedankliche. Einfach nur

F

A

U

L

sein.

N

I

C

H

T

S

T

U

N

Sie/er/ich versuchen es gerade …

Herzliche Grüße aus Las Palmas!

Marion Boginski – Klein(ich)keiten

blogleichtsinnig

Leichtsinnigerweise leichtsinnig gesagt

Werden Sie nicht leichtsinnig, haben sie/er/ich leichtsinnigerweise gesagt.

Und sind nach dem Aussprechen sofort geholpert, gestolpert, gefallen.

Direkt hinein in das Wort. In die Wortsinnfrage.

L E I C H T S I N N I G

Jemand, der sich keine Gedanken darüber macht, was er tut.

Jemand, der keine allzu großen moralischen Skrupel hat.

Jemand, der fahrlässig, gewagt, riskant, sorglos, verantwortungslos handelt.

Das ist die Bedeutung heute, eine abwertende.

Jemand, der leichten Sinnes ist, der froh ist.

Das war die Bedeutung früher.

L E I C H T S I N N I G

Was für ein wunderbares Wort!

Leichten Sinnes durch die Welt spazieren, gehen, laufen, rennen, springen.

Frohen Mutes sein.

So ein schwebendes, so ein luftiges, so ein beschwingtes Wort!

Aber wo bitte ist der leichte Sinn hin?

Wiesoweshalbwarum ändert sich mit den Zeiten auch die Wortbedeutung?

Im 17. Jahrhundert soll der Sinn des Wortes umgeschlagen sein. Leichtsinnig ist von da an

der nicht Überlegende, Mangel an ernst Zeigende, steht im Grimmschen Wörterbuch.

Leichten Sinnes sein. Würden sie/er/ich gern wollen, sehr gern sogar.

Nicht schweren Mutes, sondern leichten Sinnes.

Was ist der Sinn, wenn die Wortbedeutung sich vom Positiven zum Negativen ändert?

Un-Sinn?

Sie/er/ich möchten den leichten Sinn zurück, möchten das Wort leichtsinnig zurück in

seiner ursprünglichem Bedeutung!

Möchten dieses wunderschöne Wort sinngemäß verwenden.

Leichtsinnig. Leichtsinniger. Am Leichtsinnigsten.

Lasst sie/ihn/mich leichten Sinnes leichtsinnig sein!

Jetzt! Sogleich! Sofort!