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Seitensprünge

Heute ein Seitensprung, wie er im Buche steht, gedruckt, auf Papier, dort in Version 1.

Aber hier im Netz, im Blog, bereits ein Update, Update 003 des Gedichtes. Weitere Updates  sind willkommen, denn vollkommen ist er längst noch nicht, der Seitensprung, nicht mal vollzogen. Also, liebe Fangemeinde: updatet!  Ab Version 0xy gebe ich gern die Autorinnenschaft ab, im Netz, an xy.

Tausend und eine Null

An einem schönen Sommertag,
wie ihn so kein Computer mag,
wird es im Mikrochip zu heiß;
die Null erfrischt sich mit viel Eis,

sie leckt und schleckt sich kugelrund.
Der Eins ist das zu ungesund:
»Ich schmelze, werde immer weicher«
knurrt sie aus dem heißen Speicher.

Von diesem Schauspiel unberührt
hat Herr Groß Frau Klein verführt
mit einer E-Mail gegen zehn:
»Woll’n wir heut Abend online geh’n?«

»Oh ja, im Chatroom Wolke Sieben,
da kann man sich so zärtlich lieben!«
Alsbald erlaubt sie ihrem Mann,
dass er zum Skatspiel gehen kann.

Gewitterschwüle zieht herauf,
die Nullen hält nun nichts mehr auf,
und schmerzt der Bauch auch noch so sehr,
muss noch ein Eis und noch eins her.

Die Einsen hören lautes Schmatzen:
»Oh weh, die Nullen werden platzen!«
Es qualmt der Laptop von Herrn Groß,
er fühlt sich klein computerlos.

Zur Liebsten kann er nicht gelangen:
Jede Null kaputt gegangen!
Kein Mann, kein Chat, kein Flirt online,
einsam bleibt heut Nacht Frau Klein.

Ach so, wo eigentlich gibt es die Originalversion? In einem Büchlein:  „Tage wie Weiber warm“,  unter http://www.alphabettinen.de/lyrik.html   – nach etwas stöbern zu finden.


 

 

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