Archiv für den Monat Juni 2017

Fahren fahren durch die nacht..

Licht innen, schwärze hinter dem fenster. Nachts in bewegung sein. Sanftes schaukeln. Ein besonderes gefühl von geborgenheit. Bei sich sein und doch die welt durchstreifen. Eine stimmung, die jeder form nächtlichen reisens zu eigen ist.

Im fluss sein während draußen alles schläft. Die gedanken folgen sich selbst. Sie scheinen eigene Ideen zu haben, wohin sie möchten. Die Korrekturinstanz ist ausgeschaltet. Schreiben als bloßes aufzeichnen. Sichtbar machen, was schon da ist.

Die bewegung im kopf ein sanftes gleiten, passend zur bewegung des zuges über gleise. Stationen als störungen im gedankenfluss.

Dann plötzlich gestrandet. Unser lokführer geht nach hause. Die ablösung ist noch nicht da. Vierzig minuten warten. Auf jemanden, von dem es heisst, er sei noch auf der strecke. Vierzig minuten gedankenstau.

Einzige erkenntnis: Nächte auf schlafenden bahnhöfen gehören zu den langweiligsten erfahrungen seit der erfindung des künstlichen lichts. (Möchte man wirklich die erfahrung machen, nachts auf einem bahnhof ohne künstliches licht zu sein?)

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Warum ist es unangenehm, in einem stehenden zug an einem tisch zu sitzen und zu schreiben, während man dieselbe bewegungslosigkeit an einem tisch im café geniesst?

Stecken geblieben. Das ist die erfahrung. Und das ist auch das gefühl beim schreiben. Nicht vom fleck zu kommen.

Eine stunde später ein einfahrender zug. Hoffnung, dass wir dessen lokführer ausborgen können. Da kommt er. Bleibt stehen. Allein, mitten auf dem bahnsteig, raucht. Muss das sein? Immer diese süchtigen! Wir wollen endlich weg hier.. Ok, ok. Der mann hat seine pause verdient. Rauche, bitte, in ruhe. Und fahr uns dann, entspannt, sicher, nach hause.

Eine zweite erkenntnis: Abhängig sein macht schlechte laune. Und eine delle in die kreativität.

Wir rollen wieder. Korrekter: Wir rumpeln. Liegt es an den gleisen oder an der wahrnehmung? Es dauert – lange – bis dieses gefühl von freiheit, leichtigkeit, zurück kommt.

In sich ruhend durch die welt fahren, nachts..

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Klare Nächte

Klare Nächte ohne Sterne,  dabei würde ich so …
… kann ich auf und nieder springen, hin und her,
Millionen SCHAFE zählen, das eine mit dem „L“ vorm „A“
ist nicht dabei.

Klare Nächte ohne Sterne,  dabei sähe ich so gerne
Deneb, Wega, Atair

klare Nächte

Klare Nächte ohne Sterne, dabei würde ich so …
… jetzt packe ich meinen Koffer und dann zurück
zur dunklen Seite der Nacht.

Maja Linthe: Bloggen mit Hut

Kleine helle Nacht mit Schafen

Tagsüber fraßen die weißen Schafe grünes Gras. Jetzt kommt die helle Nacht. Das Gras wird grauer, aber die immer noch weißen Schafe lassen sich den Appetit nicht verderben.

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Helle Nacht in Norwegen

Und immer noch liegt der Widerschein der Sonne auf dem dunklen Fjord neben großen, vom Eis geschliffenen Steinen.

Ich mache ein Panoramafoto von der Nacht, darin bewegt sich das Licht. An und aus geht das Licht, an und aus, in kleinen Kreisen aus Zeit.

Schaum, Wolken und Schafe sind hell mit der Nacht. Am Horizont liegen Wolken auf felsigen Bergen wie Eis. Dort reiht die kleine helle Nacht mit Schafen sich ein in die Zyklen der Zeit.

Claudia Breitsprecher: Ausrufe und andere Zeichen

Schnell die Zähne putzen. Und duschen. Etwas trinken to go. Flugs noch Geld holen. Und ausgeben. Die Zeitung überfliegen. Oder den Äquator. Die Welt bereisen. Und ein Selfie schießen. Vielleicht auch den Vogel ab. Mal eben die Arbeitszeit hinter sich bringen in der Werkstatt, im Labor, in der Praxis, im Büro. Ein Callcenter in der Leitung. Der Anruf kostet Sie. Pro Minute. Fix was essen. Rasch ein Kind zeugen. Rush Hour, um Himmels Willen, so lange dauert das nicht. Kurz das Kind füttern. Und den Opa auch. Ihn beerdigen. Eilends trauern. Blick nach vorn. Licht am Ende des Tunnels. Weit weg.