Anja Koemstedt: Frisch gefischt. Notizen aus dem Papierkorb.

 

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Mein geheimes Krokodil

Mit Weinerlichkeit hat mein Problem nichts zu tun.

Vielmehr: Ich bin sehr müde, immer eigentlich, gähne daher mehr als andere Menschen. Weitaus mehr, fast im Minutentakt. Und dabei fließen Gähntränen (aus den äußeren Augenwinkeln wohlgemerkt). Die weint nicht jeder.

Ich verliere aufgrund der vielen Gähntränen täglich mehr Flüssigkeit, als der durchschnittliche Mensch im Monat verweint.

Obendrein bin ich unendlich gelangweilt, von allem, was ich tue genauso wie von allem, was ich nicht tue.

Was die anderen Menschen treiben, davon rede ich erst gar nicht. Weite Ödnis, allerorten, und zappelten sie sich noch so wild durch ihre kleinen Leben.

Ach, und selbst im Schlaf scheine ich mich zu langweilen. Von meinen endlos faden Träumen wache ich, gleichsam aus Selbstschutz, zigmal des Nächtens auf. Ich schlafe schlecht, seit ich denken kann. Mein Kissen ist jeden Morgen links wie rechts außen durchfeuchtet.

So muss denn mein privater Wahnsinn, dieser Krokodilsmann, der mir ständig die Tränen aus den Augenwinkeln treibt, schlicht ein plumper Weltverächter sein, der gerne auch mal laut polternd dicht an meinem Tisch vorbei zum Kühlschrank schlurft, sich dort ein Bier rausangelt, plopp, und nach dem ersten großen Schluck, laut rülpsend, sich zu mir setzt, um mir dann mit seinem vor Malz und Hopfen triefenden Atem Avancen zu machen – als könnte ich ihn jemals…

Was bildet er sich eigentlich ein, der Kerl. Verschroben, dass es weh tut.

Ich schaue ihn an, er kratzt sich am Sack, sein Hosenstall steht offen, die Fingernägel abgekaut, und denke unwillkürlich, sicher hat er zentimeterdicke Hornhaut an den Füßen.

Und doch fesselt mich seine Gegenwart. Ich habe ihn noch nie hinausgeworfen.

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Marion Boginski: Klein(ich)keiten

Strandnachlese

Die Ferienwohnung ist dieses Mal richtig gut.

Viel zu windig, aber wenigstens scheint die Sonne.

Die Sonnencreme nehme ich nicht, da sehe ich aus wie eine Leiche.

Quallen gehören ins Meer, nicht in den Eimer!

Du hast drei Spritzkuchen gegessen, du kannst keinen Hunger mehr haben!

Ich schließe einfach meine Augen und träume mich ans Mittelmeer.

Gerade ist ein roter Bikini vorbeigeflogen!

Hast du etwa in die Ostsee gepinkelt?

Wenn die Kinder groß sind, reisen wir jedes Jahr in ein anderes Land.

Lass die Sandburg deiner Schwester in Ruhe!

Ob Klara daran denkt, die Schildkröte zu füttern?

Ständig klingelt dein Handy. Du hast Urlaub!

Reich mir mal ein Handtuch rüber, nicht das, das blaue.

Warum fragst du jede Stunde, wie spät es ist.

Was macht die hier? Das reicht, wenn ich die jeden Tag im Büro sehe!

Hier ist es lauter als auf der Arbeit. Wir hätten doch in die Berge fahren sollen!

Kannst du mir mal sagen, wo mein zweiter Bikini hin ist?

Ih, wer hat die Quallen in die Strandtasche gepackt?

Ich hatte vier Spritzkuchen gekauft, oder?

Manche sehen aber auch weiß aus!

Oh Gott, ich habe vergessen Klara den Schlüssel zu geben!

Ich hole mir ein Eis, möchtest du auch etwas?

Wenn ich den Mund aufmache, fliegt sofort Sand rein.

Ach, hallo Mandy, du auch hier!

Du kannst nicht einfach den Bikini einpacken, auch wenn er herrenlos ist!

Super, das kalte Bier!

Er ist frauenlos!

Ah!!!!!!!!!!

Entschuldigung, der Wind hat den Ball abgetrieben.

Endlich Sonne und Meer.

 

 

 

 

 

Ricarda de Haas: Artefakt

Wissen Sie denn, was das ist?

Ich schaue auf das silberne Ding in meiner Hand. Ich weiss es nicht, ich versuche gerade, das heraus zu finden.

Für eine Querflöte ist es zu eckig. Klobig auch. Auch hat es nur an einem Ende eine Öffnung. Und da, wo bei einer Flöte das Mundstück wäre, ist ein aufgesetztes Kästchen, dessen Klappe nur lose schließt. Theoretisch könnte man Tabak hinein füllen. Nur was nützt einem das, wenn die Verbindung zum Schaft verschlossen ist? Pfeife schließt also aus.

Es könnte ein Zepter für ein Laientheater sein. Die Verzierungen sind simpel, dunkel vom Staub. Das Ding ist jedenfalls so schwer, dass man damit würdevoll winken könnte: Kopf ab! Sind Zepter innen hohl, damit man darin wichtige Dokumente verstaut? Das würde zumindest erklären, warum die Öffnung oben nicht nur einen Deckel hat, sondern auch mit einem Kettchen gesichert ist.

Natürlich war das eine rhetorische Frage. Er will das Ding schließlich verkaufen. Seine Stimme klingt triumphierend: Es ist ein Reiseschreibset! Er muss den Satz heute schon oft gesagt haben, es ist das schönste Stück an seinem Stand. Und trotzdem ist er ganz aufgeregt. Schauen Sie, hier oben hat man die Federn hinein geschoben. Und an der Seite wurde die Tinte eingefüllt.

Hm, da muss ganz schön viel ausgelaufen sein, wenn man mit dem Ding im Gepäck so in der Kutsche durch die Landschaft holperte. Oder doch schon im Orientexpress?

Ich frage nicht nach dem Preis. Es gibt Dinge, die man haben möchte, ohne dass man sie haben möchte. Nicht ohne Bedauern lege ich es zurück. Als wir wegschlendern, fragen wir uns, wie sie das gemacht haben. Die Tinte in Fläschchen herum getragen, und erst im Hotel eingefüllt? Ein Pulver dabei gehabt, und es dann mit Wasser angerührt?

Ja, es ist aufregend. Eine verschwundene Kulturtechnik, nützlich und schön. Ich fühle mich, als hätte ich einen Gruß bekommen. Von einer verwandten Seele, aus einer anderen Zeit.

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Nachtrag: Wir lagen nicht ganz richtig und nicht ganz falsch. Tatsächlich sind diese Schreibsets osmanischen Ursprungs, es gab sie seit Mitte des 17 Jhs.  Kalligraphen benutzten sie, schrieben mit Rohrfedern und Tinte aus Lampenruß, auch farbiger oder goldener Tusche. Und sie trugen das Ganze am Gürtel. Ich stelle es mir beeindruckend vor, das Symbol eigenen Könnens so verziert und gewichtig in die Welt zu tragen. (Selbst wenn sie – anders als Smartphones – vermutlich tropften.) Diese Federn waren nicht schwach. Schwerter des Geistes, könnte man sagen..

es gibt kein foto, aber hier ein ähnliches modell, etwas schlichter aus messing: http://cdn04.trixum.de/upload2/113800/113714/3/30e3cf645aa0edd6fda2c085cf5aca069.jpg
und ein noch kostbareres, 19. Jh. (kaschmir): https://auctionata.com/de/o/55776/ornamental-getriebenes-reiseschreibset-aus-silber-19-jh

Seitensprünge

1.September. Sie springen wieder. Die Sommerpause ist vorbei. 57 Außenminister mitten in Potsdam – Konferenz und Sightseeing. Und Scharfschützen auf Dächern. Weltfriedenstag. Sie sind nicht alle gekommen? Die Polizisten sind alle da, mehr als tausend an der Zahl. Schwerbewaffnet. Weltfriedenstag. Hubschrauber. Straßensperrungen. Alles ZU da draußen. Ich komme nicht weit.

Wie gut, dass es unser Bloghaus gibt, hierhin ziehe ich mich zurück. Sicher, ganz ohne Polizei. Hier kann ich springen von Seite zu Seite.

1.September, Weltfriedenstag. Sommerpause vorbei. Sommerpause? Wir haben unsere Bücher versandt http://www.autorenhelfen.org

Wir haben unsere Bücher geschrieben und veröffentlicht http://www.alphabettinen.de

umstaendekapok

 

 

Maja Linthe: Bloggen mit Hut

Skizze vom Blograum

 

Foto von Andreas Blumenthal

Wir knipsen das Licht an, das uns bläulich ins Gesicht scheint, und durchschreiben den Raum des Blogs, Wort für Wort. Wir beschreiben die Wände, den Boden, die Decke des Raums, in dem wir uns treffen, laden Gäste ein, uns etwas zu schreiben. Mittels eines geheimen Codes können wir den Blograum betreten, wann immer wir wollen. Um uns darin zu treffen, schreiben wir den Raum, egal wo wir sind, sind eigentlich woanders und doch alle hier.

Wir bewegen uns schreibend darin, lesend, antwortend, uns aufeinander beziehend. Hin- und her klickend wechseln wir die Richtung. Hier im Blograum sind wir jemand anders, weil wir leichter sind und auch leichter schreiben. Unsere Texte sind luftig und offen für Kommentare, erscheinen nicht zwischen Buchdeckeln, weil sie löschbar sind, genau wie unser Raum und wir, die wir uns in ihm aufhalten.

Wir betreten diesen Raum mit dem Wissen, dass er nur vorübergehend existiert. Nicht nur wir könnten den Blog endgültig verlassen. Wir könnten das Licht löschen und den Raum mit ihm.

Claudia Breitsprecher: Ausrufe und andere Zeichen

Wir haben es ja schon immer gewusst, dass da außer uns noch andere sind. Nicht im Universum, nicht hinter dem Mond, nein, genau hier, in den Straßen und Parks, auf Plätzen und in Museen, sogar auf Friedhöfen und in Gedenkstätten treiben sie sich herum, toben sich aus und rauben uns den Verstand. Wir werden sie einfangen und hegen und pflegen. Und, darauf kommt es schließlich an, sie in den Kampf schicken. Sie (wir?) können mächtig werden in der Arena, sie (wir?) können verletzt werden oder sterben. Aber zumindest sie lassen sich wiederbeleben, alles kein Problem in der virtuellen Welt.

Frisbee

Die Menschheit ist mal wieder auf der Suche. Nicht mehr nach dem Sinn des Lebens,
o nein, was bis zum heutigen Tage niemand gefunden hat, kann getrost vernachlässigt werden. Viel interessanter sind die bislang unsichtbaren Wesen, die gewöhnlichen und die seltenen und auch jene, die so einzigartig sind, dass kaum jemand sie zu Gesicht bekommt. Wir schicken sie in die Schlacht und werden belohnt mit Bonbons und Sternenstaub.
Bonbons.
Und Sternenstaub.
Wer hätte das nicht immer schon gewollt?

So wächst eine Generation heran, welche die Illusion als so mächtig erlebt, wie Freud sie längst beschrieben hat. Aber nicht mehr im Kopf oder in der Seele spuken die Monster herum und piesacken uns, sondern sie sind Form geworden. Die Kinder lernen von ihren Eltern, dass es normal ist, dorthin zu gehen, wohin das Smartphone, die Industrie, der Betreiber einer App sie schickt. Um zu jagen. Um zu töten.
Just for fun!

Claudia Schattach: Ansichten einer Kurzsichtigen

P1050699Undurchschaubares Kompott

In den Weiten des finsteren Havellandes lauert versteckt zwischen Bäumen dieses geheimnisumwitterte Bauwerk, um das sich Geschichten ranken, die man mir zuraunte, nicht ohne sich dabei mehrmals vorsichtig umzublicken.

Eine kleinformatige, gut gepolsterte Frau aus der Gegend versicherte mir beispielsweise, dass es sich um die Weltzentrale der Pygmäen handele – ein kleinwüchsiger, geheimer Volksstamm, bekannt bereits aus der Antike und im Volksmund Schlumperzwerge genannt. Daran gäbe es keinen Zweifel, da die Form des Gebäudes einer überdimensionierten Schlumperzwergzipfelmütz nachempfunden sei. Und man solle sich nur nicht täuschen lassen von der murkeligen Erscheinung der Schlumperzwerge – sie seien hochgefährlich! Befände sich doch unter diesem Schlumperzwergzipfelmützturm ein gigantischer unterirdischer Komplex, der von den Zwergen militärisch genutzt würde und in dem sie sich in beängstigender Zahl fortpflanzten. Sie hätten es auf die Weltherrschaft abgesehen und ihre barbarischen Kriegspläne seien bereits weit gediehen. Namhafte Politiker steckten mit ihnen unter einer Decke, es handele sich hier um ein „undurchschaubares Kompott“.

„Das ist natürlich Unsinn“, erklärte mir leise ein hagerer, nahezu fleischloser Veganer. Die Dame habe wohl zu viel Tolkien gelesen. Nicht umsonst nenne man dieses Gebäude den Zuckerhut, weil von dort aus der raffinierte Zuckerbaron regiere. Er wisse aus zuverlässiger Quelle, dass der Zuckerbaron überall seine klebrigen Finger drin habe und er und seine Zuckermafia hätten die Weltherrschaft bereits inne! Die Leute merkten gar nicht, dass sie zuckersüchtig und damit abhängig vom Zuckerbaron seien. Selbst die Verächter von Süßigkeiten seien auf Droge, vor allem auch dank der so genannten Chemtrails, die in Wirklichkeit Sugartrails seien, Wolkenbahnen aus feinstem Puderzuckermehl, das durch die Atemwege in den Körper gelange und dort sein zerstörerisches Werk tue! Die Zuckerkristalle lagerten sich nämlich schon bald in den Gehirngängen ab und ich könne mir wohl vorstellen, was das bedeuten würde: eine zunehmend verblödete, willenlose Weltbevölkerung!

„Das ist natürlich Unsinn und typisch Ökospinner!“, meinte ein strammer Reiter in Loden, dessen blonde Frau neben dem Pferd her trabte. Sie blieben stehen und sahen sich nach allen Seiten um, bevor der Mann fortfuhr, begleitet vom rhythmischen Nicken seiner Frau. Diese Mär vom bösen Zuckerbaron erzähle man doch nur kleinen Kindern, um sie von Schokolade und Bonbons fern zu halten. Tatsache sei vielmehr, dass im Inneren dieses granatbusenförmigen Turms Hexen und Succubi ihr Unwesen trieben, will sagen: wild gewordene Feministinnen! Sie experimentierten mit Gedankenmanipulationen und hätten damit zum großen Schaden der Menschheit bereits Erfolge erzielt. Man denke nur an die Vorfälle an Silvester 2016 in Köln! Die Männer seien von diesen schamlosen Weibern gedanklich manipuliert worden zu dem Zweck, endlich die Verschärfung des Sexualstrafrechtes durchzusetzen, um unschuldige Männer noch leichter hinter Gitter zu bringen! „Warten sie noch ein paar Jahre und auf harmloses Busendatscheln steht die Todesstrafe, jawoll!“¹

¹Wir möchten die Leser*innen hiermit darauf hinweisen, dass die Autorin dieses Textes verdächtigt wird, der Geheimorganisation Elfenbeinturm anzugehören, die in oben abgebildetem, fensterlosem Gebäude residiert. Verschiedenes weist darauf hin, dass es das Ziel der Elfenbeinturm-Loge ist, mit Hilfe abstruser Verschwörungstheorien und völlig realitätsfernen Geschichten die Bevölkerung tief gehend zu verunsichern und in die Paranoia zu treiben. Jede*r Leser*in liest diese Geschichte auf eigene Gefahr – wir übernehmen keinerlei Haftung für etwaige geistig-psychische Schäden, die aus der Lektüre entstehen und distanzieren uns vom Inhalt dieses Textes.

 

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Postkarte aus BEZ GRANIC

BEZ GRANIC – ohne Grenze. Ein Fluss, ein Grenzfluss, er fließt zwischen zwei Ländern. In den beiden Ländern werden verschiedene Sprachen gesprochen. Eine Fähre – Prom trägt mich und mein kleines rotes Auto von einem Ufer zum anderen. Der Boden unter meinen Füßen und unter den Rädern meines Autos schwankt ein wenig. Ich habe weiche Knie auf BEZ GRANIC zwischen den Ufern, schaue nach Norden und schaue nach Süden: der Fluss fließt grenzenlos. Nur die Ufer im Osten und Westen grenzen ihn ein.
Dann legt die Fähre an. Ich muss einsteigen und weiterfahren. Es ist ganz angenehm, festen Boden unter den Füßen und Rädern zu haben.

Anja Koemstedt: Frisch gefischt. Notizen aus dem Papierkorb

 

ShrigleySpider

 

 

vollkornmond

 

ich esse weißmehl seit ich denken kann°

ich sterbe lieber einen ungesunden tod°

das erscheint mir wesentlich natürlicher°

 

am himmel lacht keine biosonne°

unter der brücke fließt kein ökostrom°

im stall picken hühner nicht auf vollkorn herum°

oder° wer weiß sowas° verdammt bin ich verstädtert°

 

dagegen dionysisch zu rauschen mitten im zeitenfluss dem hier das jetzt zu entreißen°

ist meine kunst°

ist keine kunst die gilt unter veganem vollkornmond°

Marion Boginski – Klein(ich)keiten

blogleichtsinnig

Leichtsinnigerweise leichtsinnig gesagt

Werden Sie nicht leichtsinnig, haben sie/er/ich leichtsinnigerweise gesagt.

Und sind nach dem Aussprechen sofort geholpert, gestolpert, gefallen.

Direkt hinein in das Wort. In die Wortsinnfrage.

L E I C H T S I N N I G

Jemand, der sich keine Gedanken darüber macht, was er tut.

Jemand, der keine allzu großen moralischen Skrupel hat.

Jemand, der fahrlässig, gewagt, riskant, sorglos, verantwortungslos handelt.

Das ist die Bedeutung heute, eine abwertende.

Jemand, der leichten Sinnes ist, der froh ist.

Das war die Bedeutung früher.

L E I C H T S I N N I G

Was für ein wunderbares Wort!

Leichten Sinnes durch die Welt spazieren, gehen, laufen, rennen, springen.

Frohen Mutes sein.

So ein schwebendes, so ein luftiges, so ein beschwingtes Wort!

Aber wo bitte ist der leichte Sinn hin?

Wiesoweshalbwarum ändert sich mit den Zeiten auch die Wortbedeutung?

Im 17. Jahrhundert soll der Sinn des Wortes umgeschlagen sein. Leichtsinnig ist von da an

der nicht Überlegende, Mangel an ernst Zeigende, steht im Grimmschen Wörterbuch.

Leichten Sinnes sein. Würden sie/er/ich gern wollen, sehr gern sogar.

Nicht schweren Mutes, sondern leichten Sinnes.

Was ist der Sinn, wenn die Wortbedeutung sich vom Positiven zum Negativen ändert?

Un-Sinn?

Sie/er/ich möchten den leichten Sinn zurück, möchten das Wort leichtsinnig zurück in

seiner ursprünglichem Bedeutung!

Möchten dieses wunderschöne Wort sinngemäß verwenden.

Leichtsinnig. Leichtsinniger. Am Leichtsinnigsten.

Lasst sie/ihn/mich leichten Sinnes leichtsinnig sein!

Jetzt! Sogleich! Sofort!